PETRIKIRCHE FREIBERG
Orgel von 1735


Foto: Michael Lange

Geschichte:
Die zweitgrößte Freiberger Orgel in der PETRIKIRCHE mit 32 Registern nimmt - obwohl nur zwei manualig - etliche Merkmale der großen Spätwerke Silbermanns voraus (Frauenkirche Dresden, Johanniskirche Zittau, Katholische Hofkirche Dresden). Charak- teristisch ist insbesondere die gesteigerte Klanggravität durch Prinzipal und Manualposaune („Fagott“) 16‘ im Hauptwerk sowie die 32‘-Basis im Pedal. 1893 bis 1895 wurde die Raumarchitektur tiefgreifend umgestaltet. Anschließend wurde die Orgel klanglich und technisch verändert, vor allem durch Herstellen der aktuellen Stimmtonhöhe, Ergänzen des Tones Cis und Einbau eines dritten Manuals mit pneumatischer Traktur (Jehmlich, Dresden). Auf weitere, teilweise bereits rückführende Arbeiten folgte 1993 der erste Teil einer umfassenden Rekonstruktion (Jehmlich).
2006/07 erfolgte eine Rekonstruktion durch den Jehmlich Orgelbau Dresden und die Orgelwerkstatt Kristian Wegscheider, Dresden. Die Orgel erhielt wieder Chortonstimmung. Die ursprüngliche Temperierung wurde auf Wunsch der Gemeinde nicht rekonstruiert, sondern – entgegen Silbermanns Grundsätzen – durch eine Neidhardt-Temperatur ersetzt. Zu den Arbeiten gehörten die Reparatur des Pfeifenwerks und aller technischen Teile, der Neubau der Keilbalganlage und die Restaurierung der Gehäusefassung.

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DISPOSITION (II/32)

HAUPTWERK, I. MANUAL C, D - c3
 
Principal 16’ C und D innen, Holz, gedackt,
Es-c3 im Prospekt
Octav Principal 8’ C0 und cis0 im Prospekt
Viol di Gamba 8’  
Rohr-Flöte 8’  
Octava 4’  
Spitz-Flöte 4’  
Quinta 2 2/3’  
Octava 2’  
Tertia 1 3/5’ Cornet-Mensur
Cornet 4fach 4’ ab c1
Mixtur 4fach 2’  
Cymbel 3fach 1’  
Fachott 16’  
Trompete 8’ über den Kontrakt

OBERWERK, II. MANUAL C, D - c3

Quinta dena 16’  
Principal 8’ f0-c3 im Prospekt
Gedackts 8’  
Quinta dena 8’  
Octava 4’  
Rohr-Flöte 4’  
Nassat 2 2/3’  
Octava 2’  
Quinta 11/3’  
Sufflöt 1’  
Sechst quint altra 4/5' ab c1 13/5'
Mixtur 3fach 1 1/3’  
Vox humana 8’  

PEDAL C, D - c1

Groß Untersatz 32’  
Principal Bass 16’  
Octavbass 8’  
Possaune 16’  
Trompete 8’  

NEBENREGISTER
 
Manualschiebekoppel  
Bass Ventil (Ventilkoppel HW/Pedal,
Octaven Bass 8’ über den Kontrakt)
Tremulante (Kanaltremulant für HW)
Schwebung (Kanaltremulant für OW)
Klingel (Kalkantenruf)

Stimmton: gegenwärtig 463 Hz/a1 bei 18°C
Temperatur: Neidhardt II
Winddruck: 94 mm WS

Ouelle 2007: „Die Gottfried-Silbermann-Orgel der Petrikirche zu Freiberg“

 

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